Mietenwachstum im Jahresvergleich abgeschwächt

Mietenwachstum im Jahresvergleich abgeschwächt

Nach jahrelang teils kräftigen Anstiegen hat sich die Mietpreisentwicklung in den deutschen Großstädten 2021 abgeschwächt. Zwar verteuerten sich in 69 von 80 Städten die Angebotsmieten auch 2021 noch einmal, aber die Anstiege fielen geringer aus als in der Vergangenheit. Das zeigt eine aktuelle Analyse von immowelt. Hierfür wurden die Angebotsmieten von Bestandswohnungen mit einer Größe von 40 bis 120 Quadratmetern in allen deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht.

Nahezu konstante Preise in München

Besonders in den hochpreisigen Städten ist das Abflachen der Preiskurve deutlich zu erkennen. In München blieb das Preisniveau 2021 nahezu konstant. Die Angebotsmieten stiegen von 17,90 Euro auf 18,00 Euro pro Quadratmeter im Median. Das entspricht einem Plus von 1 Prozent. Die gleiche Veränderung lässt sich auch in Frankfurt beobachten. Hier verteuerten sich die Quadratmeterpreise von Bestandswohnungen um 10 Cent auf aktuell 13,60 Euro. Zum Vergleich: Von 2019 auf 2020 kletterten die Mieten in beiden Städten noch um 3 beziehungsweise 4 Prozent. Auch in Stuttgart (+2 Prozent) und Düsseldorf (0 Prozent) hat sich der Preisanstieg deutlich verlangsamt oder ist zum Stillstand gekommen.

Ein Grund für diese Entwicklung ist laut immowelt die Corona-Pandemie. Demnach hat die Möglichkeit zum Homeoffice für viele Menschen das Leben im Speckgürtel oder in den kleineren Metropolen attraktiv gemacht, wie eine Studie von immowelt und dem ifo Institut zeigt.

4 Prozent Mietenwachstum in Berlin

In einigen deutschen Großstädten ziehen die Angebotsmieten aber nach wie vor an. Berlin verzeichnete binnen eines Jahres einen Anstieg von 4 Prozent, der überwiegend durch Nachholeffekte infolge des Mietendeckel-Stopps zustande kam. Während des Geltungszeitraums des Gesetzes waren die Mieten noch gesunken. Aktuell ist der mittlere Quadratmeterpreis aber wieder bei 10,40 Euro angekommen – Tendenz steigend. In Köln stiegen die Mieten sogar um 6 Prozent binnen eines Jahres. Mit einem Medianpreis von 11,70 Euro hat die Rheinmetropole inzwischen das Niveau von Hamburg (+3 Prozent) erreicht, wo für den Quadratmeter im Mittel ebenfalls 11,70 Euro verlangt werden.

Stärkste Anstiege in Münster und Leverkusen

Die größten Preissprünge der Analyse verzeichneten kleinere Großstädte aus Nordrhein-Westfalen. An der Spitze befinden sich Münster und Leverkusen mit Anstiegen von jeweils 8 Prozent. Nachdem in Münster am Anfang der Coronakrise die Mieten noch gesunken waren, hat sich der Mietmarkt 2021 durch die teilweise Rückkehr der Studierenden wieder erholt und mit Quadratmeterpreisen von 10,00 Euro sogar einen neuen Höchstwert erreicht. In Leverkusen ist das Preisniveau insgesamt niedriger: Trotz des deutlichen Anstiegs lagen 2021 die mittleren Mieten bei 8,60 Euro pro Quadratmeter und damit im Mittelfeld aller untersuchten Städte.

Auch in Baden-Württemberg hat das Preisniveau nochmals angezogen: Pforzheim weist ein Plus von 7 Prozent auf, sodass Mietwohnungen aktuell  im Mittel für 9,00 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Ulm, Karlsruhe und Heilbronn (je +6 Prozent) befinden sich inzwischen sogar über der 10-Euro-Marke.

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