So will Hamburg seine Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreichen

So will Hamburg seine Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreichen

Um die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen, sollen in Hamburg rund 87.000 Gebäude bis zum Jahr 2045 energetisch saniert werden. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen verspricht neue Förderungen und eine Informationskampagne für Eigentümerinnen und Eigentümer.

Sind die Hamburger Klimaschutzziele für den Gebäudesektor realistisch? Um das zu überprüfen, hatte die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen eine umfangreiche Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Deren zentrale Ergebnisse liegen jetzt vor:

Wo ansetzen?

Maßnahmen mit der größten Hebelwirkung sollen vorrangig umgesetzt werden. Das betrifft zum einen die energetische Sanierung von Wohngebäuden der Baualtersklassen von 1949 bis 1978. Andererseits führen geringinvestive Maßnahmen wie ein hydraulischer Abgleich oder der Einsatz von Hocheffizienzpumpen bereits zu Einsparungen von rund 20 Prozent der Heizenergie und erzielen damit eine große Wirkung bei vergleichsweise geringem Aufwand.

Sanierungsbedarf

Mehrfamilienhäuser verursachen circa zwei Drittel aller CO2-Emissionen der Hamburger Wohngebäude und verbrauchen rund zwei Drittel der gesamten Endenergie im Wohnsektor. Insgesamt ist nur etwa ein Drittel dieser Gebäude nicht oder nur gering saniert. Das bedeutet: Rund 87.000 Hamburger Wohngebäude müssen in jedem Fall bis 2045 energetisch saniert werden.

Dämmen oder nicht dämmen?

Der Anteil der Wohngebäude bis einschließlich 1986, die eine besonderes erhaltenswerte Bausubstanz haben, beträgt circa 40 Prozent. Gebäude, bei denen aus stadtgestalterischen Gründen keine Fassadendämmung möglich ist, machen circa 12 Prozent des Bestands aus. Hier muss mit anderen Sanierungsmaßnahmen angesetzt werden.

Bauteile erhalten

Bauteile sollten bevorzugt erst dann ersetzt und energetisch saniert werden, wenn sie nicht mehr einsatzfähig sind. Dies spart nicht nur CO2-Emissionen, sondern verursacht auch geringere Kosten für Mieterinnen und Mieter, da es sich dann um nicht umlagefähige Instandhaltungskosten handelt.

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen möchte Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien in Hamburg auf unterschiedliche Weise dabei unterstützen, die Maßnahmen umzusetzen:

  1. Die Modernisierungsförderung der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) wird neu aufgestellt: Ein Förderprogramm für geringinvestive Maßnahmen mit hoher Effektivität zur Heizungsoptimierung ist geplant, ebenso wie ein Programm zur Erstellung von Sanierungsfahrplänen für ganze Wohngebäudeportfolios sowie ein neues Programm zur Modernisierung von Mietwohnungen mit höherer Einkommens- und Mietpreiskappungsgrenze als bisher.
  2. Für 2023 ist die Umsetzung einer Kommunikationskampagne geplant, um Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer sowie die Wohnungswirtschaft von der Dringlichkeit und Wichtigkeit der energetischen Sanierung zu überzeugen und Möglichkeiten dafür aufzuzeigen.
  3. Im Branchendialog zwischen der Bauwirtschaft wird eine Fachkräftestrategie und der Kapazitätsausbau zur Umsetzung der anstehenden Sanierungen entwickelt.
  4. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen wird weiterhin eng mit zentralen Bezugsgruppen zusammenarbeiten, insbesondere mit dem Bündnis für das Wohnen in Hamburg.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Immobilie in Hamburg? Wentzel Dr. berät sie gern!