Newsletter Artikeln Januar 2017

Obwohl im Bund wie in Hamburg für 2016 neue Höchststände bei den Baugenehmigungen erwartet werden, ist besonders der bezahlbare Wohnraum in Metropolen und Universitätsstädten weiter rar. So werden aktuell zahlreiche Ideen diskutiert, die das Bauen günstiger und einfacher machen sollen – sowohl im Bund wie an Alster und Elbe.

Neue Höchststände erreicht die Zahl der genehmigten Wohnungen sowohl im Bund wie auch in Hamburg. So zählte das statistische Bundesamt (Destatis) bis Ende Oktober dieses Jahres 308.700 Wohnungsbaugenehmigungen – ein Plus von 23,4% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
In Hamburg wurden 2016 nach Statistiken der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) über 12.500 Wohneinheiten genehmigt – fast ein Drittel mehr, als 2015

Flächen für 150.000 Wohnungen identifizieren

Trotzdem reichen die 2015 in Hamburg fertiggestellten 8.521 Wohnungen statistisch gerade aus, um den Einwohnerzuwachs von etwa 17.000 Menschen aufzunehmen. So erklärte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz, man wolle in den nächsten Jahren Flächen für etwa 150.000 Wohnungen in Hamburg identifizieren. Ähnlich geht es anderen deutschen Metropolen und Universitätsstädten. Daher werden aktuell zahlreiche Ideen, Initiativen und Gesetze sowohl von der Großen Koalition in Berlin wie auch vom rotgrünen Senat in Hamburg angeschoben, um den Wohnungsbau zu forcieren.
Bundesbauministerin Barbara Hendricks möchte die Zahl der 2016 erteilten gut 350.000 Baugenehmigungen mittelfristig verstetigen, insbesondere im sogenannten bezahlbaren Segment. Gleichzeitig ist sie als Umweltministerin gehalten, das Klimaabkommen von Paris umzusetzen – auch beim Wohnungsbau. Vor dem Hintergrund dieser Ambivalenz von sozial und umweltpolitischen Zielstellungen sind die aktuell diskutierten Konzepte zu betrachten. Mit dem „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ vereinbarte Hendricks bereits 2015 ein 10-Punkte-Programm für eine Wohnungsbauoffensive (s. Kasten).

Mehr Geld für Sozialwohnungsbau

Für Hendricks als Sozialdemokratin steht der Soziale Wohnungsbau im Fokus. Hier wurden die Mittel für 2017 und 2018 um je 500 Mio. Euro auf jeweils 1,5 Mrd. Euro aufgestockt. Spannend ist die auch zwischen den Bundesländern geführte Diskussion, ob die Mittel zweckgebunden eingesetzt und durch eigene Budgets ergänzt werden. Gegen den Willen der Bauministerin entschieden Bundesregierung und Bundesländer, die Verantwortung für den Sozialwohnungsbau ab 2020 in die Hände der Länder zu legen. Zudem ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) angehalten, Flächen mit Preisabschlägen bis zu 80% für bezahlbaren Wohnungsbau an die Kommunen abzugeben. In Hamburg wurden 2016 insgesamt 174 Mio. Euro für den sozialen Wohnungsbau ausgegeben. Diese Summe werde mit der zunehmenden Zahl von Sozialwohnungen mittelfristig auf 200 Mio. bis 300 Mio. Euro wachsen, so Scholz. 3.000 Sozialwohnungen sollen im Rahmen des Hamburger Drittelmixes künftig jährlich gebaut werden sowie weitere 300 für Menschen mit besonderen Zugangsproblemen zum Wohnungsmarkt.

Serielles Bauen und Typenbauten fördern

Mit dem Förderprogramm für Vario-Wohnungen wurden ab dem November 2015 vom Bund 120 Mio. Euro für den Bau von preiswerten Kleinstwohnungen bereitgestellt, die zunächst etwa als Studentenwohnungen errichtet, aber später mit geringem Aufwand umgenutzt werden können – z.B. als Seniorenwohnungen. Dabei sollen innovative Konzepte seriellen, modularen Bauens erprobt werden. Die Antragsfrist endete am 30. September 2016. In Hamburg sollen durch serielles Bauen und Typenbaugenehmigungen die Baukosten für Sozialwohnungen von aktuell 2.500 Euro/m2 auf höchstens 1.800 Euro/m2 gesenkt werden. „Das geht nur, wenn wir uns von der Idee verabschieden, jedes Haus und jede Wohnung müsse einmalig gebaut sein“, so Scholz. „Ein guter Standard tut es auch.“ Zielstellung ist, eine Miete von etwa 8 Euro/m2 zu erreichen – ohne Förderung. Das entspricht etwa dem Mittelwert des Mietenspiegels. So soll die Saga 2017 ein eigenes Systemhaus vorstellen. „In Zukunft sollte für jedes Projekt die Möglichkeit einer standardisierten Bauweise geprüft werden“, stellte der Erste Bürgermeister in Aussicht. „Ein B-Plan muss kein Unikat sein.“ Auch die Anforderungen an die Baugenehmigungen sollen weiter standardisiert und die Verfahren digitalisiert werden. Damit soll das Bebauungsverfahren, das heute drei bis vier Jahre dauert, auf 18 Monate verkürzt werden. Dazu sollen 50 Mitarbeiter, darunter viele Bauprüfer, neu eingestellt werden.

Einheitliche Bauordnung

Die Standardisierung der Bauordnungen aller Bundesländer ist ein zentrales, aber nicht ganz einfaches Thema zwischen Bund und Ländern. Gespräche dazu werden geführt. Die flächendeckend einheitliche Bauordnung ist eine zentrale Voraussetzung etwa für bundesweit geltende Typenbaugenehmigungen. Ein wichtiger Fortschritt ist die Einführung der städtebaulichen Gebietskategorie „Urbanes Gebiet“ in das Bauplanungsrecht, die von Hamburg – vertreten durch Oberbaudirektor Jörn Walter – maßgeblich initiiert worden war. Hierbei wird eine dichtere und höhere Bebauung im Kontext einer stärkeren Mischung von Wohnen und Gewerbe möglich. Auch höhere Lärmimmissionen sind erlaubt.

Streit um Klimaschutz

Ziel der Bundesregierung ist, die Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in einem Gesetz zusammenzufassen und zu vereinfachen. Bei diesem Thema, wie auch beim Klimaschutzplan kritisieren die Immobilienverbände eine mangelnde Beteiligung.
Aus Protest gegen kurzfristig in den Klimaschutzplan aufgenommene Verschärfungen bei der Einsparung von Treibhausgasen hatten die sieben Immobilienverbände BFW, DDIV, GdW, Haus & Grund, IVD, vdp und ZIA im November ihre Mitarbeit im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen bis mindestens Ende Januar 2017 eingefroren. Die Bundesregierung hatte die Einsparziele bis 2030 für die Wohnungswirtschaft von 62% auf 66% erhöht, gemessen am Referenzjahr 1990. Nach einem Gespräch zwischen Hendricks und den Verbänden Anfang Dezember soll in Arbeitsgruppen geklärt werden, mit welchen Mitteln die verschärften Einsparziele erreicht werden können.

Erhöhung der linearen Gebäude-Afa

Noch vor der Bundestagswahl im September 2017 könnte eine Erhöhung der linearen Gebäude-AfA von 2% auf 3% erfolgen – sofern sich das Finanzministerium erweichen lässt.
Die Sonder-AfA für den Bau von Mietwohnungen sowie zur energetischen Gebäudesanierung hingegen sind weiterhin kein Thema mehr.

Comeback der Eigenheimzulage

2006 war die Eigenheimzulage abgeschafft worden, jetzt liegen von Hendricks und der CDU Vorschläge für eine Förderung von Wohneigentum für Familien auf dem Tisch. Die Bauministerin möchte Familien ab 2017 beim Erwerb von Eigentum in besonders gefragten Regionen mit Eigenkapitalzuschüssen von 8.000 bis 20.000 Euro unterstützen, je nach Kinderzahl.
Die CDU hatte auf ihrem Parteitag Anfang Dezember die Einführung eines Baukindergeldes beschlossen, das als Jahresbeitrag ausgezahlt werden soll. In Abstimmung mit den Ländern soll es zudem einen Freibetrag auf die Grunderwerbsteuer geben, der sich am durchschnittlichen Wert eines Einfamilienhauses orientiert.

Zweite Mietrechtsnovelle nicht vor der Bundestagswahl

Wohl nicht mehr in dieser Legislaturperiode wird die im April 2016 vorgestellte, zweite Mietrechtsnovelle von Bundesjustizminister Heiko Maas umgesetzt. Mit ihr sollen bei der Erstellung von Mietspiegeln, die Mietpreise der letzten acht Jahre einfließen, statt aktuell der letzten vier Jahre. Die Modernisierungsumlage könnte von 11% auf 8% gesenkt werden.
Positiv aus Perspektive der Wohnungswirtschaft ist die geplante Wertung des altersgerechten Umbaus einer Wohnung als Modernisierung.

Wohnraumschutz effizienter gestalten

In Hamburg soll der Wohnraumschutz effizienter organisiert und verstetigt werden. Zudem soll es für die Bezirke einfacher werden, im Falle von Spekulationen Vorkaufsrechte wahrzunehmen.

Familien sollen künftig beim Erwerb von Wohneigentum wieder gefördert werden. Bild: Feldhaus

Laut einer F+B-Studie liegen die Baukosten für Passivhäuser im geförderten Wohnungsbau in Hamburg unter denen der nach EnEV gebauten Projekte.

Nach der Auswertung von 120 öffentlich geförderten, 2011 bis 2014 von der Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB) bewilligten Wohnungsbauprojekten in Hamburg mit 4.780 Wohnungen hat das Institut F+B eine Kausalität von Baukosten und Energieeffizienzklasse verneint.

Baukosten zwischen 2.451 Euro/m2 und 2.644 Euro/m2

So lagen die Baukosten von Passivhäusern (2.451 Euro/m2) unter denen der nach EnEV 2009 (2.604 Euro/m2), Effizienzhaus 70 (2.585 Euro/m2) und Effizienzhaus 40 (2.644 Euro/m2) entstandenen Projekte. Die Zahlen entsprechen dem Median für die Kostengruppen 300 bis 700, also Baukosten inklusive Planungs- und Nebenkosten, aber ohne Grundstückskosten und grundstücksbezogene Mehrkosten.

Ergebnisse nicht auf andere Bundesländer übertragbar

Allerdings weisen die Autoren daraufhin, dass die Streuung der Baukosten innerhalb jeder Effizienzhausgruppe sehr groß ist – und beim EnEV-Standard am größten. Aufgrund der unverändert strengen Anforderungen des Hamburger Klimaschutzgesetzes seit 2008 lassen sich Ergebnisse zudem nicht auf andere Bundesländer übertragen.
Die Anforderungen des Hamburger Klimaschutzgesetzes etwa an die Gebäudehülle (H`T) sind seit 2008 so hoch, dass auch die EnEV-Novellierung 2014 wie auch die seit dem 1. Januar 2016 geltenden EnEV-Werte in Hamburg zu keiner Verschärfung der Anforderungen führte.

Größte Preissteigerung bei Grundstückskosten

Die Baukosten in Hamburg sind nach F+B zwischen 2012 und 2014 um 13% gestiegen. Daran haben die Grundstückskosten (+45%) und die Baunebenkosten (+34%) den stärksten Anteil.
Bei den Bauwerkskosten (Kostengruppe 300/400: Baukonstruktion und technische Anlagen), auf die 68% der Gesamtbaukosten entfallen, fiel der Anstieg mit 9% in Hamburg deutlich moderater aus – liegt aber weit über dem Bundesdurchschnitt von 2%.

Viele Wohnungseigentumsanlagen in Hamburg sind in die Jahre gekommen. Sanierungsbedarf zeigt sich an allen Ecken und Enden. Und die Energieeinsparverordnung tut ihr Übriges, so dass so manche Fassadensanierung sich zu einem Sanierungsvolumen im Bereich von mehreren hunderttausend Euro auswächst.

Bis zur Reform des Wohnungseigentumsrechts im Jahr 2007 erkannte man bei Fahrten durch die Straßen Hamburgs eine Wohnungseigentumsanlage daran, dass sie in der Regel top gepflegt, aber technisch und äußerlich auf dem Stand des Errichtungsjahres war. Instandsetzung und Instandhaltung waren nämlich mit Stimmenmehrheit als Maßnahme der ordnungsgemäßen Verwaltung möglich. Alles, was nicht unbedingt mit einer Instandsetzung verbunden war, also reine Modernisierungen, galten aber als bauliche Veränderungen und bedurften der Zustimmung in der Regel aller Miteigentümer.

Dazwischen gab es immer schon die sog. modernisierende Instandsetzung, zunächst eine Erfindung der Rechtsprechung, die seit 2007 aber auch im Gesetz steht. Wenn es einen Instandsetzungsbedarf gab, musste die Gemeinschaft die Instandsetzung nicht auf dem alten Standard durchführen, sondern durfte den neusten Standard wählen. Bestes Beispiel hierfür waren Fassadensanierungen. Wies die Fassade einen Instandsetzungsbedarf auf, konnte z.B. auch die Aufbringung eines Wärmedämmverbundsystems mehrheitlich beschlossen werden.

Mit der WEG-Reform 2007 hat der Gesetzgeber dann die Möglichkeit geschaffen, auch Modernisierungen mit einer sog. doppelt qualifizierten Mehrheit zu beschließen. Der neu geschaffene § 22 Abs. 2 WEG lautete: „Maßnahmen (…), die der Modernisierung entsprechend § 555b Nummer 1-5 BGB oder der Anpassung des gemeinschaftlichen Eigentums an den Stand der Technik dienen, die Eigenart der Wohnanlage nicht ändern und keinen Wohnungseigentümer gegenüber anderen unbillig beeinträchtigen, können (…) durch eine Mehrheit von drei Viertel aller stimmberechtigten Wohnungseigentümer und mehr als der Hälfte aller Miteigentumsanteile beschlossen werden.“

Der Gesetzgeber hat es sich einfach gemacht, und hinsichtlich der Modernisierung auf die Begrifflichkeiten aus dem Mietrecht verwiesen. Eine Modernisierung setzt keinen Instandsetzungsbedarf voraus. Modernisierungen sind Maßnahmen, die den Gebrauchswert der Anlage nachhaltig erhöhen, die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern oder nachhaltig Einsparung von Energie und Wasser bewirken. Der Bundesgerichtshof hat inzwischen aber entschieden, dass der Modernisierungsbegriff im Wohnungseigentumsrecht nicht bei den Vorschriften des Mietrechts endet, sondern weit auszulegen ist; es genügt, wenn die Maßnahme aus der Sicht eines verständigen Wohnungseigentümers eine sinnvolle Neuerung darstellt, die voraussichtlich geeignet ist, den Gebrauchswert der Sache nachhaltig zu erhöhen. Unter Gebrauchswerterhöhung sind solche bauliche Maßnahmen zu verstehen, die die Nutzung des Objekts bequemer, sicherer, gesünder, angenehmer oder weniger arbeitsaufwendig machen. Dazu kann z.B. vom Wortlaut her auch der Anbau von bis dahin nicht vorhandenen Balkonen gehören.

Allerdings sieht das Gesetz auch ein Korrektiv vor: Die Maßnahme darf die Eigenart der Wohnanlage nicht ändern und auch keinen Wohnungseigentümer unbillig beeinträchtigen. Insbesondere die Eigenart der Wohnanlage begrenzt die Möglichkeit der Modernisierungen. So gibt es Gerichtsentscheidungen, die eine Veränderung der Eigenart annehmen beim Anbau von Balkonen, beim Anbau eines Wintergartens oder beim Anbau eines Außenfahrstuhles. Vieles, was das Leben in der Anlage bequemer, sicherer, gesünder oder angenehmer machen würde, verändert gleichzeitig die Eigenart.

Wann eine Maßnahme einen Eigentümer gegenüber anderen unbillig beeinträchtigt und deshalb nicht beschlossen werden kann, ist eine Frage des Einzelfalles. Der Bundesgerichtshof sagt dazu: „Unbillig sein können nur darüber hinausgehende Nachteile, die bei wertender Betrachtung und in Abwägung mit den mit der Modernisierung verfolgten Vorteilen einem verständigen Wohnungseigentümer zumutbarer Weise nicht abverlangt werden dürfen.“ Nun, das hilft dem geneigten Rechtsanwender im Regelfall auch nicht weiter. Die bloße Modernisierung und die damit verbunden Kosten reichen als Nachteil aber in der Regel nicht, diese treffen ja alle Eigentümer.

Zu guter Letzt braucht es für den Beschluss über eine solche Modernisierung auch noch eine sog. doppelt qualifizierte Mehrheit. Es müssen mindestens drei Viertel aller Wohnungseigentümer für die Maßnahme stimmen und diese müssen mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile repräsentieren. Bei der Berechnung der Miteigentümer verweist das Gesetz auf § 25 Abs. 2 WEG; es gilt somit das Kopfprinzip. Gehören einem Eigentümer zwei Wohnungen, zählt er trotzdem nur als „ein Kopf“. Das verhindert, dass ein Eigentümer, dem mehrere Wohnungen gehören, auf diese Weise die notwendige Mehrheit herbeiführen kann.

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Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 3. August 2016 entschieden, dass Aufwendungen für die vollständige Erneuerung einer Einbauküche in einer vermieteten Immobilie nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar sind.

Im Streitjahr machte der Kläger Aufwendungen für die Erneuerung von Einbauküchen in mehreren von ihm zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Immobilien als sofort abziehbare Werbungskosten geltend. Der Kläger ging davon aus, dass es sich um sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen handelte.
Das Finanzamt legte zunächst für sämtliche Aufwendungen für Einbauküchen eine Nutzungsdauer von zehn Jahren fest, so dass nur die auf das Streitjahr entfallenden Abschreibungsbeträge gewinnmindernd angesetzt wurden. Nach erfolgtem Einspruch erkannte das Finanzamt die Aufwendungen für Spüle und Herd als sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen an, da es sich insoweit um erneuerte unselbständige Gebäudebestandteile gehandelt habe. Außerdem wurden Elektrogeräte, deren Gesamtkosten den Betrag von 410 Euro nicht überstiegen, als geringwertige Wirtschaftsgüter sofort in voller Höhe abgezogen. Die Verteilung der Aufwendungen für Einbaumöbel über zehn Jahre blieb bestehen.
Dagegen kam der Kläger zu der Auffassung, dass es sich bei der Einbauküche nicht um ein einheitliches Wirtschaftsgut handele und, weil die Kosten der einzelnen Einbauteile unter dem Wert von 410 Euro liegen, diese als geringwertige Wirtschaftsgüter sofort abziehbar sind.
Der Bundesfinanzhof gelang unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung zu der Feststellung, dass Spüle und Herd keine unselbständigen Gebäudebestandteile sind. Diese Neubeurteilung begründet der Bundesfinanzhof mit der geänderten Ausstattungspraxis, wodurch ein geändertes Verständnis zum Begriff der wesentlichen Bestandteile bei Wohngebäuden entsteht. Bisher ist der Bundesfinanzhof davon ausgegangen, dass sowohl die Spüle als auch – in Abhängigkeit von regionalen Verkehrsauffassungen – der Herd als Gebäudebestandteile anzusehen sind. Somit waren die Aufwendungen für Erneuerungen dieser Gegenstände als Erhaltungsaufwendungen sofort abziehbar.
Zukünftig werden die einzelnen Elemente einer Einbauküche als ein eigenständiges und einheitliches Wirtschaftsgut angesehen, und ihre Anschaffungs- und Herstellungskosten werden steuerlich auf eine Nutzungsdauer von zehn Jahren verteilt.

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Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 5. Oktober 2016 entschieden, dass der Erwerb von Wohnungseigentum von Todes wegen nicht steuerbefreit ist, wenn das Kind die Wohnung unentgeltlich Angehörigen zur Nutzung überlässt.

Im Streitfall hatte die Mutter der Klägerin das Erbe des verstorbenen Vaters ausgeschlagen. Daraufhin wurde die Klägerin Alleinerbin. Die zum Nachlass gehörende Eigentumswohnung hatte der Vater zusammen mit der Mutter selbst bewohnt. Nach dem Tod des Vaters nutzte die Mutter den hälftigen Miteigentumswohnungsanteil der Klägerin unentgeltlich.
Die Klägerin selbst nutzte ihren Anteil nur gelegentlich für Übernachtungen sowie zur Nachlassverwaltung.

Das Finanzamt sowie das Finanzgericht lehnten den Antrag der Klägerin auf Erbschaftsteuerbefreiung des Miteigentumswohnungsanteils ab, da die unentgeltliche Nutzungsüberlassung an die Mutter keine Selbstnutzung sei. Der Bundesfinanzhof folgte dieser Auffassung. Die nur gelegentliche Mitnutzung der Wohnung zur Übernachtung oder Nachlassverwaltung durch die Klägerin entspricht nicht den notwendigen Anforderungen. Denn die Klägerin hätte selbst in die Wohnung einziehen und diese als Familienheim zu eigenen Wohnzwecken nutzen müssen. Außerdem hatte die Klägerin dort nicht den erforderlichen Mittelpunkt ihres Lebensinteresses. Die unentgeltliche Nutzungsüberlassung an die Mutter stellt keine Selbstnutzung dar.

Eine Übertragung der Vorschriften für die Eigenheimzulage, nach der es für eigene Wohnzwecke ausreichend ist, dass einem Angehörigen die Wohnung für Wohnzwecke überlassen wird, ist nicht möglich. Das Eigenheimzulagegesetz und das Erbschaftsteuergesetz verfolgen unterschiedliche Zwecke.

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Im Modellprojekt eQuartier Hamburg soll in zunächst drei verschieden strukturierten Quartieren ermittelt werden, ob und wie die Anwohner eAutos nutzen und welche Erkenntnisse sich daraus für Stadt- und Immobilienentwicklung ergeben. Das Ziel ist die Verringerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV).

„Es schient etwas im Argen zu liegen. Sie haben den Kraftschluss noch nicht hinbekommen“, spricht Oberbaudirektor Jörn Walter die Repräsentanten der Immobilienbranche, der Autobauer und der Carsharing-Unternehmen bei der Auftaktveranstaltung zum Thema eQuartier Hamburg unverblümt kritisch an.

Koordination und Kooperation fehlen

Als Teil einer multimodalen städtischen Mobilität sollen E-Autos zur Verbesserung der Lebensqualität durch Verringerung des motorisierten Individualverkehrs beitragen. Doch Walter fehlt die Koordination und Kooperation der verschiedenen Initiativen und Unternehmen.
Immerhin haben sich für das Modellprojekt des Bundesverkehrsministeriums die Unternehmen Starcar, Cambio Carsharing und die GfG Hoch-Tief-Bau, Ahrensburg, zusammengefunden, um – koordiniert von Droste Consult und hySolutions, der Hamburger Projektleitstelle für eMobilität – Quartierskonzepte zur gemeinschaftlichen Nutzung von eMobilität zu erproben. Wissenschaftlich begleitet wird eQuartier durch die HafenCity Universität (HCU).

Ladesäule im Quartier21

Die Erkenntnisse aus diesem Projekt sollen dazu genutzt werden, um vor dem Hintergrund der zunehmenden Sharing-Affinität („Nutzen statt Besitzen“) die Rolle der eMobilität für die Quartiersentwicklung zu konkretisieren.
Im Quartier21 in Barmbek etwa, das 2008 bis 2012 auf dem früheren Areal des AK Barmbek durch Hamburg Team sowie Hochtief entwickelt wurde und heute 1.200 Bewohner zählt, haben die seit Jahren eingerichteten zwei Carsharing-Plätze nicht verhindern können, dass die Straßen zugeparkt sind.
Carsten Redlich, Cambio CarSharing, hat nun eine gut sichtbare Ladesäule direkt am zentralen Platz eingerichtet. In Kooperation mit dem Q21-Nachbarschaftsverein sowie durch Kommunikation über die quartiersinternen Medien (Quartierspost, Quartierswebsite) soll die Zahl der aktuell 120 Nutzer ausgeweitet werden.

Veränderungsbereitschaft in neuem Quartier höher?

Im Quartier Am Weißenberge zwischen Alsterdorf und Fuhlsbüttel ergänzt die Saga 45 denkmalgeschützte Bestandsgebäude zwischen 2015 und 2019 um 539 überwiegend öffentliche geförderte Wohnungen. Starcar platziert hier einen BMW i3, der in einem 300-m-Radius um das Quartier flexibel abgestellt und an der Ladesäule im Maienweg mit Strom betankt werden kann. Hier soll ermittelt werden, ob die klassisch hohe Veränderungsbereitschaft in einem frisch bezogenen Quartier zu einer Verringerung der Privat-Pkw-Quote führt.
Und im Baugebiet Erlenhof in Ahrensburg realisiert die GfG in der 1897 erbauten Villa Pomona das Zusammenspiel von eMobilität mit Gebäude- und Speichertechnologie im Kontext eines Energiekreislaufs.

Damit Hamburg trotz Innenentwicklung und Nachverdichtung zum Bau der geplanten 10.000 Wohnungen jährlich eine grüne Stadt bleibt, fördert die Investitions- und Förderbank (IFB) Gründächer mit bis zu 50.000 Euro – sofern die Begrünung freiwillig erfolgt und nicht vorgeschrieben wurde.

Bis 2019 stellt die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) für die Förderung von Dachbegrünung 3 Mio. Euro zur Verfügung. 44 ha neuer Gründachfläche wurden seit 2014 bereits im Rahmen des Programms erstellt. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Maßnahme freiwillig erfolgt – also keine Auflage ist –, die Nettovegetationsfläche 20 m2 beträgt, die Dachneigung 30° und die durchwurzelbare Vegetationsfläche 8 cm bei Bestands- und 12 cm bei Neubauten. Gewerbliche Eigentümer erhalten eine Grundförderung von 6 Euro/m2 zuzüglich 1 Euro/m2 je Zentimeter durchwurzelbarer Aufbaudicke – bis maximal 50 cm. Zuschläge gibt es u.a. in der City (+15%), für Freiraumnutzung (14 Euro/m2) oder verknüpft mit Solarenergie (5 Euro/m2).