Newsletterbeiträge Juli 2017

7.722 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr in Hamburg fertiggestellt – 9,4% weniger, als 2015. Der Anteil der Sozialwohnungen liegt bei fast einem Drittel.

Statistiken sind Statistiken – interpretierbar. Zunächst einmal bezeichnen 7.722 im vergangenen Jahr fertiggestellte Wohnungen einen Rückgang von 9,4% gegenüber 2015, als 8.521 fertige Wohnungen gezählt wurden. Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt weist hingegen daraufhin, dass damit „das zweithöchste Ergebnis seit Beginn unseres Wohnungsbauprogramm erreicht“ wurde – seit 2011 also. Man kann auch sagen, das zweithöchste Ergebnis seit 1998, als der wiedervereinigungsbedingte Bauboom gerade auslief.

BSW zählt 1.735 Baugenehmigungen mehr, als Statistik Nord

Der Rückgang gegenüber 2015 sei auf die geringere Zahl genehmigter Wohnungen in 2015 zurückzuführen, erklärt die Senatorin – weist aber auch darauf hin, dass die Bauzeit meist zwei Jahre betrage.
Die Zahl der Baugenehmigungen hat sich nach dieser Delle in der aufwärtsstrebenden Kurve jedoch 2016 wieder deutlich erhöht: Statistik Nord hat 10.736 genehmigte Wohnungen gezählt: ein Zuwachs von 24%. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, die seit 2011 selbst zählt, kommt bei einem Zuwachs von 30% auf 12.471 Baugenehmigungen. Und bis Ende April 2017 konnten bereits 5.486 genehmigte Wohnungen notiert werden. Der Bauüberhang – Wohnungen, die genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt sind – liegt aktuell bei 18.000 Wohneinheiten.

Anteil der Sozialwohnungen erreicht fast ein Drittel

Interessant ist auch ein Blick auf die Entwicklung der Fertigstellungszahlen bei den öffentlich geförderten Wohnungen. Lag der Anteil 2010 mit 446 noch bei 13%, kletterte er bis 2016 auf fast ein Drittel: 2.433 Sozialwohnungen wurden im vergangenen Jahr fertiggestellt – seit 2011 sind es 9.784 der insgesamt 37.146 fertiggestellten Wohneinheiten: ein Anteil von gut 26%.

Viele Geflüchtete warten in Hamburg auf die Chance, zu arbeiten, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen, eine eigene Wohnung zu beziehen. Einem aus dem Iran geflüchteten Architekten ist es gelungen – und Wentzel Dr. hat bei der Wohnungssuche geholfen.

Soheil J. Hosseinzadeh hat eine eigene Wohnung bezogen. Nicht selbstverständlich für den 31jährigen. Denn er ist als Geflüchteter nach Deutschland gekommen. Die Wohnung misst kompakte 28 m2, liegt in Eppendorf und mit der U3 ist er schnell in der Hallerstraße – an seinem Arbeitsplatz bei den HS Architekten. Auch nicht selbstverständlich. Denn Hosseinzadeh ist erst seit zwei Jahren in Deutschland. Im Iran hat er Architektur studiert. „Herr Schmidt hat mir eine Chance gegeben“, verweist Hosseinzadeh auf Holger Schmidt, Partner und Gründer des Architekturbüros. Ein Freund hatte zuvor den Kontakt vermittelt. Drei Monate hat er ein Praktikum gemacht und ist seit vier Monaten als Bauzeichner angestellt.

Schwer, eine Wohnung zu finden

Eigenes Einkommen! Eigene Wohnung? Zuvor hatte er wechselnde Domizile: Freunde oder Flüchtlingsunterkünfte. „Es ist sehr schwer, eine Wohnung zu finden.“ Der Kontakt über seinen neuen Arbeitgeber zu Wentzel Dr. hat geholfen. Hier konnte man ihm schnell helfen, bezahlbaren Wohnraum in guter Lage und nahe dem Arbeitsplatz zu finden. Für den Architekten eine sehr wichtige Etappe auf seiner weiten Reise.
Soheil J. Hosseinzadeh stammt aus Rascht, der Hauptstadt der nordiranischen Provinz Gîlan. Zum Kaspischen Meer sind es nur wenige Kilometer. Hier hat er studiert. In Hamburg möchte er erneut studieren, um einen in Deutschland anerkannten Abschluss zu erreichen, um anzukommen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem Urteil vom 25. Januar 2017 entschieden, dass beim Erwerb eines Grundstücks die später anfallenden Baukosten in die Berechnung der Grunderwerbsteuer einzubeziehen sind, wenn der Erwerber des Grundstücks beim Abschluss des Grundstückkaufvertrags (GKV) hinsichtlich des „Ob“ und „Wie“ der Bebauung gebunden ist. – von Jens Scharfenberg, Möhrle Happ Luther

Im Streitfall schlossen die Kläger einen GKV über ein Grundstück ab, welches auf Grundlage eines entsprechenden Bebauungsplans mit einem Reihenhaus bebaut werden sollte. Zwei Monate später erfolgte der Abschluss des Bauerrichtungsvertrags (BEV) zu den zuvor festgelegten Bedingungen. Daraufhin änderte das Finanzamt (FA) die auf Grundlage des GKV ergangenen Grunderwerbsteuerbescheide. Die festgelegte Bemessungsgrundlage wurde um die Baukosten für das Haus erhöht, da zwischen dem GKV und dem BEV ein derart enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang bestand, dass der Erwerbsge-genstand ein bebautes Grundstück gewesen sei. Zu dieser Auffassung kamen auch das Finanzgericht (FG) und der BFH, da in dem Streitfall der objektiv sachliche Zusammenhang dadurch gegeben war, dass bei dem grunderwerbsteuerlichen Erwerbsvorgang der Erwerber nicht mehr frei war, über das „Ob“ und „Wie“ der Baumaßnahme zu entscheiden.

Streitig blieb der Zeitpunkt des Vorliegens eines einheitlichen Vertragswerks. Das FG vertrat die Auffassung, dass das FA schon mit Abschluss des GKV von einem einheitlichen Vertragswerk ausgehen musste und somit die Bescheide nicht mehr änderbar waren. Dagegen entschied der BFH, dass erst mit Abschluss des BEV ein einheitliches Vertragswerk vorlag. Insbesondere durch die im GKV vereinbarten Schadenersatz-, Rücktritts- und Eintrittsrechte/-pflichten bei Nicht-Abschluss eines BEV konnte das FA nicht von vornherein davon ausgehen, dass auch tatsächlich ein BEV von den Erwerbern des Grundstücks abgeschlossen wird. Der Abschluss des BEV stelle ein rückwirkendes Ereignis dar, so dass die Änderung der Bescheide zulässig war.

Anmerkung: In einem weiteren Urteil vom 8. März 2017 hat der BFH entschieden, dass kein einheitliches Vertragswerk bei wesentlich geändertem Generalübernehmervertrag vorliegt. Dies kann vorliegen, wenn nach Abschluss des GKV Änderungen der Flächengröße und/oder der Baukosten um mehr als 10 % erfolgen. Außerdem kann die Errichtung von zusätzlichen Bauten oder eines für das Bauvorhaben prägenden zusätzlichen Gebäudes eine wesentliche Änderung sein. Liegen wesentliche Änderungen vor, bezieht sich die Berechnung der Grunderwerbsteuer nur auf den Kaufpreis des Grundstücks. Die Thematik des einheitlichen Erwerbsgegenstands muss bei einem möglichen Zusammenhang zwischen GKV und BEV immer im Einzelfall geprüft werden.

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Ab dem 01.01.2018 treten Änderungen des BGB in Kraft mit welchen neue Regelungen in das Werkvertrags- und Kaufrecht eingeführt werden. So werden in Zukunft der Bauvertrag, der Verbraucherbauvertrag sowie der Architekten- und Ingenieurvertrag ausdrücklich geregelt. In diesem Zusammenhang wird auch eine Anpassung des Kaufvertragsrechts an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs erfolgen.

Da Wohnungseigentümergemeinschaften rechtlich als Verbraucher eingeordnet werden, sind insbesondere die neuen Regelungen zum Verbraucherbauvertrag für diese interessant. Bei erheblichen Umbaumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude hat der Unternehmer dem Verbraucher nach § 650k BGB n.F. vor Vertragsschluss eine ausführliche Baubeschreibung vorzulegen. Enthält diese Lücken dann soll eine Auslegung der Baubeschreibung im Zweifel zu Lasten des Unternehmers gehen. Darüber hinaus muss der Verbraucherbauvertrag verbindliche Angaben zum Fertigstellungszeitpunkt oder der Dauer der Baumaßnahme enthalten. Über § 650i BGB n.F. erhält der Verbraucher ein selbstständiges Widerrufsrecht, wenn der Bauvertrag nicht notariell beglaubigt wird. Geschützt werden soll der Verbraucher auch im Hinblick auf vom Unternehmer geforderte Abschlagszahlungen, da nach § 650m BGB n.F. der Unternehmer nun nur maximal 90% der Gesamtvergütung als Abschläge verlangen kann. Der Verbraucher darf bei einer geforderten Abschlagszahlung 5% der vereinbarten Gesamtvergütung als Sicherheit für die rechtzeitige und mangelfreie Herstellung des Werkes einbehalten. Neu ist auch die ausdrückliche Regelung in § 650n BGB, wonach der Unternehmer dem Verbraucher notwendige Unterlagen herauszugeben hat. Auch im allgemeinen Werkvertragsrecht sind verbraucherschützende Regelungen eingeführt worden: So hat der Unternehmer gemäß § 640 Abs. 2 BGB n.F. den Verbraucher auf die Folgen einer nicht erklärten oder ohne Angabe von Mängeln verweigerten Abnahme hinzuweisen.

Im Rahmen der Mängelbeseitigung hat der beauftragte Handwerker gegenüber dem Auftraggeber sämtliche Kosten zu übernehmen; dies sind in der Regel Material- sowie Ein- und Ausbaukosten. Bei Mängelbeseitigungen aufgrund fehlerhafter Baustoffe konnte der Handwerker bisher vom Verkäufer des Baustoffs nur die Materialkosten ersetzt verlangen; Ein- und Ausbaukosten musste er selber tragen. Mit den Neuerungen im Kaufrecht wird dies zu Gunsten des Handwerkers geändert.

von RA Martin Haucke

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Das Finanzgericht Münster hat in einem Urteil vom 22. Februar 2017 entschieden, dass eine Immobilie, die aufgrund ihrer Bauweise nur einheitlich an eine Mietpartei vermietbar ist, entweder insgesamt an eine Mietpartei vermietet oder baulich derart umgestaltet werden muss, dass eine Vermietung an mehrere Parteien möglich ist, wenn die Vermietungsabsicht in vollem Umfang erhalten werden soll.

Im Streitfall war die Klägerin eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), der ein Haus mit einer Gesamtwohnfläche von 90 m2 gehörte, wovon 50 m2 auf das Erdgeschoss (EG) und 40 m2 auf das Obergeschoss (OG) entfielen. An der GbR waren die Gesellschafter A und B zu jeweils 50 % beteiligt. Das Haus verfügte über eine offene Bauweise, so dass das OG nur über eine offene Treppe vom Flur des EG zugänglich war. Das EG vermietete die GbR an A, der dort seiner Tätigkeit als Finanzberater nachkam. Mangels Abgabe einer Steuererklärung für das Streitjahr 2010 schätzte das Finanzamt die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und setzte insgesamt einen Verlust in Höhe von 3.000 Euro fest. Nachdem eine Vermietung des OG zunächst wegen im EG gelagerter vertraulicher Kundenakten und den damit verbundenen Datenschutzbestimmungen nicht möglich gewesen sei, erfolgte im Jahr 2015 eine Vermietung an einen Mitarbeiter des A. Das Finanzamt verneinte die Vermietungsabsicht hinsichtlich des OG und versagte insoweit den Werbungskostenabzug. Zudem sei das Mietverhältnis nur entsprechend der Zurechnung des Grundstücks auf B anzuerkennen.
Der Entscheidung des Finanzamtes folgend verneint das Finanzgericht die Vermietungsabsicht in Bezug auf das OG und versagt den Werbungskostenabzug, soweit dieser das OG betrifft. Die Vermietungsabsicht müsse durch das Angebot der Immobilie auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt dargelegt werden. Die spätere Vermietung impliziert nicht notwendigerweise eine Vermietungsabsicht für die Vergangenheit. Da nach Aussage der Klägerin eine Vermietung des OG wegen der Einhaltung von Datenschutzrichtlinien nicht erfolgt sei, hätte das Haus entweder nur an einen Mieter vermietet oder umgebaut werden müssen, um die Vermietungsabsicht zu belegen.
Des Weiteren sei das Mietverhältnis zwischen einer GbR und einem Gesellschafter entsprechend ständiger BFH-Rechtsprechung steuerrechtlich nicht anzuerkennen, soweit das Grundstück diesem Gesellschafter zuzurechnen ist. Die Sonderwerbungskosten (Abschreibung und Schuldzinsen), die von B persönlich getragen werden, seien unbeschränkt und nicht nur quotal abziehbar. Die Sonderwerbungskosten des A hätten im Rahmen dessen Ermittlung der gewerblichen Einkünfte für die Tätigkeit als Finanzberater geltend gemacht werden können.

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Urteil des BGH vom 14.12.2016 (VIII ZR 232/15)

Nicht selten schließen sich mehrere Personen zusammen, um ein Grundstück nebst Haus zu erwerben, um dieses zu verwalten und möglicherweise auch, damit die Gesellschafter Eigenbedarf für sich oder ihre Familien- oder Haushaltsangehörigen geltend machen können.

Der Wortlaut des§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB sieht zunächst die Kündigung durch den Vermieter vor, also grundsätzlich für natürliche Personen. Dies würde grundsätzlich die Kündigungsmöglichkeit für Personengesellschaften ausschließen. Hiervon nicht betroffen sind Miteigentümergemeinschaften oder Erbengemeinschaften, diese können sich als rechtlich nicht verselbständigte Zusammenschlüsse natürlicher Personen auf Eigenbedarf für eines ihrer Mitglieder bzw. deren Familienangehörige berufen.
Der BGH hat nun mit Urteil vom 14.12.2016 entschieden, dass auch eine teilrechtsfähige Außengesellschaft des bürgerlichen Rechts, welche in ihrer Funktion Vermieterin geworden ist, Eigenbedarf für die einzelnen Gesellschafter bzw. deren Familien- und Haushaltsangehörige geltend machen kann. Diese Rechtsfrage war in der Instanzenrecht-
sprechung und im Schrifttum umstritten, nicht zuletzt deshalb, weil z.B. eine Eigenbedarfskündigung für juristische Personen (GmbH) ausgeschlossen ist. Insoweit hat der BGH hat zwar zu Recht erkannt, dass zwar die Gesellschaft bürgerlichen Rechts an sich keinen Wohnbedarf besitzt und auch keine Angehörigen haben kann, dieses Problem wird vom Bundesgerichtshof über eine analoge Anwendung des § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB gelöst. Hieraus folgt, dass nun auch teilrechtsfähige Außengesellschaften Eigenbedarf für ihre jeweiligen Gesellschafter sowie dem weiteren privilegierten Personenkreis geltend machen können. Dies ermöglicht weitere Spielräume im Hinblick auf den gemeinschaftlichen Erwerb und Unterhaltung von Grundstücken, insbesondere wenn auch eine Aufteilung nach WEG und Übertragung der einzelnen zu bildenden Sondereigentumseinheiten an die Gesellschafter Gegenstand des Gesellschaftsvertrages ist. Dies dürfte zumindest dann gelten, wenn der Mietvertrag durch die GbR als Vertragspartnerin geschlossen wurde.

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Im Proberty Management, der Optimierung des Immobilienbestands, hat Wentzel Dr. eine fast 200jährige Expertise, die nun in das Asset Management eingebracht wird. Die stets aktualisierte Kompetenz findet bei der Initiierung institutioneller Fonds Anwendung. Im Herbst geht es los. Erste Investitionen sind bereits identifiziert.

Alexander Brüning, Geschäftsführer Asset Management

„Bei Wentzel Dr. geht es um aktives Asset Management“, erklärt Alexander Brüning. „Das heißt, die Optimierung von Baurecht, Mieterstrukturen, Investitions- und Verkaufsberatung.“ Brüning ist Geschäftsführer bei der Wentzel Dr. Real Estate Services GmbH und verweist auf die etablierte und gut funktionierende Zusammenarbeit des Traditionsunternehmens mit Politik und Verwaltung. „Daher übernehmen wir manche Projektentwicklungsaufgaben, für die sonst Bauträger oder Projektentwickler herangezogen werden.“

Als Beispiel nennt Brüning etwa ein Grundstück mit einer alten Lagerhalle, die in einem Mischgebiet steht. „Geht da nicht mehr? Wäre nicht zum Beispiel studentisches Wohnen eine Option – mit Blick auf die gute ÖPNV-Erschließung?“ Auch bei denkmalgeschützten Objekten achten wir auf Optimierungschancen und Umnutzungsmöglichkeiten. „Dabei arbeiten wir eng mit diesbezüglich anerkannten Architekten zusammen und in enger Kooperation mit dem Denkmalschutz.“

Hier sind wir sehr gut aufgestellt“, betont Brüning. Weitere Alltagsthemen sind Performance Monitoring, Asset Report, Portfolio-Analyse. Welchen Wert hat das Portfolio? Wo und wie lässt sich dieser Wert steigern?

Fonds für Institutionelle

Ganz neu auf der Tagesordnung, aber nur folgerichtig mit Blick auf die Kompetenzen und Kontakte des Unternehmens, ist die Initiierung regulierter, institutioneller Fonds. „Hier sollen etwa Versicherungen, Privatinvestoren oder Family Offices Investmentmöglichkeiten angeboten werden.“ Wentzel Dr. plant jedoch nicht, eine eigene KVG – Kapitalverwaltungsgesellschaft – zu gründen, sondern möchte Service-KVG nutzen. Bis zum Herbst soll das Konzept für den ersten institutionellen Fonds stehen. „Mit der Bafin-Genehmigung gehen wir dann im letzten Quartal in den Vertrieb.“

Die City-Süd ist als bedingt einladender Backoffice-Standort bekannt. Als Hammerbrook rückt das Quartier zwischen Hochwasserbassin, Hafencity und Hauptbahnhof nun plötzlich in den Fokus von Wohnungsuchenden. 3.000 Wohneinheiten sollen hier zwischen 2015 und 2022 entstehen.

„Es gibt keinen ähnlich tiefgreifenden Transformationsprozess in einem anderen Stadtteil Hamburgs“, erklärte Andy Grote, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, bei der Vorstellung des Projektes SonninPark im Herbst 2015. Nun wurde im Mai der Grundstein für das 220-Mio.-Euro-Projekt gelegt. Zwischen Sonninstraße und Nagelsweg entstehen bis Ende 2019 insgesamt 750 Mietwohnungen, davon 250 öffentlich geförderte.

Am Sonninkanal konnten 129 Eigentumswohnungen verkauft werden. Dahinter noch eingerüstet ist das Projekt Sonninkanal mit 95 Mietwohnungen. Bild: Theda Eggers

1.100 Wohnungen zwischen Sonninkanal und Nagelsweg

Entwickelt wird das Projekt von Aug. Prien Immobilien sowie Köhler & von Bargen Projekte auf dem früheren Sharp-Areal. Nach einem städtebaulichen Entwurf der 03 Architekten, München, entsteht zwischen Nagelsweg, Sonninstraße und dem südlich angrenzenden Mittelkanal eine differenziert gestaltete Blockrandbebauung, die einen 17.000 m2 großen Hof umschließt. 13.000 m² dieser Fläche wird als öffentlicher Quartierspark nach den Entwürfen der Münchener Landschaftsarchitekten grabner huber lipp gestaltet.
Ein Teil der übrigen 4.000 m2 wird durch eine Kindertagesstätte genutzt, die im nördlichen Bereich des Hofes angesiedelt wird. Hier entstehen auch die öffentlich geförderten Wohnungen sowie der Edeka-Markt. In die Sozialwohnungen investiert ein Konsortium um die Architekten Heitmann Montúfar. Die 500 frei finanzierten Mietwohnungen konnten ebenfalls vor Baubeginn für 160 Mio. Euro an zwei von Quantum Immobilien aufgelegte Fonds sowie einen institutionellen Investor verkauft werden.

Pionierprojekt Hammerleev erfolgreich

Das gilt auch für die 95 Mietwohnungen des Projektes Sonninkanal, die ihrer Fertigstellung entgegengehen. Die Nordrheinische Ärzteversorgung erwarb sie von der BPD Projektentwicklung. Die BPD hatte mit dem Gesamtprojekt Hammerleev auf einer 10.000 m2 großen Brache zwischen Sonninkanal und Sonninstraße mit 340 Wohnungen das erste größere Wohnungsbauvorhaben in Hammerbrook seit den 1990er Jahren entwickelt. Pionier waren auch hier Köhler & von Bargen, die als Vorhabenträger die Umnutzung der Gewerbebrache für den Wohnungsbau mit Rückenwind aus dem Bezirk auf den Weg brachten. Neben den Mietwohnungen entstanden hier bis dato 129 Eigentumswohnungen direkt am Sonninkanal sowie 114 öffentlich geförderte Mietwohnungen an der Sonninstraße, die von der GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden Württemberg in den Bestand übernommen wurden.
Am Nagelsweg, am südlichen Ufer des Mittelkanals, setzt die BPD ihr Engagement in Hammerbrook mit dem Projekt Mien Leev fort. In Nachbarschaft zu einem in den 1990er Jahren entstandenen Wohnprojekt entstehen 202 – inzwischen vollständig verkaufte – Eigentumswohnungen und 91 geförderte Mietwohnungen.

Verändertes Image

„Hammerbrook verändert sein Bild und sein Image“, erklärt Michael Mathe, Leiter der Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirk Mitte, und verweist auf 3.000 Wohnungen, die zwischen 2015 und 2022 in Hammerbrook fertiggestellt werden sollen. Das ist eine Verdreifachung der etwa 1.000 Bestandswohnungen – davon allein 650 im Münzviertel im Nordwesten Hammerbrooks in direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof.
Es habe Wohninseln gegeben, so der Stadtplaner, „die aber nicht vernetzt waren und keine Infrastruktur hatten.“ Mit den Wohnungen werde der Stadtteil nicht nur belebt, sondern durch die begleitend entstehende Infrastruktur aufgewertet – Kita, Edeka, Gastronomie. „Damit werten wir auch den Bürostandort auf“, betont Mathe. „Wir wollen die City-Süd als Bürostandort nicht beeinträchtigen, sondern stärken.“

Große Büroprojekte

Gerade von vier Finanzämtern bezogen ist das von Aug. Prien realisierte SonninKontor an der Nordkanalstraße. Der 20.000 m2 große Büroriegel schützt das Wohnungsprojekt SonninPark vor dem Lärm der vierspurigen Straße.
Ebenfalls fast fertig sind die von Becken Immobilien realisierten zwei Bauteile des Fleet Office am Heidenkampsweg. Ankermieter der insgesamt 30.000 m2 Mietfläche sind Axa und die Hamburger Bezirksverwaltung der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG). In direkter Nachbarschaft zum Fleet Office entsteht am Heidenkampsweg 66 bis 2020 die neue Europa-Zentrale von Olympus. An der Wendenstraße sind hinter dem 55.000 m²  großen Bürogebäude 700 Studentenapartments geplant.

Die Neubaufassaden an der Nordkanalstraße: Vorne das SonninKontor, Domizil von vier Finanzämtern, dahinter die Hotels der Foremost-Gruppe und das Hyperion. Bild: Theda Eggers

Hausboote und Hotels

Insgesamt sollen in dem Quarree zwischen Heidenkampsweg und Hammerbrookstraße etwa 1.000 Wohnungen entstehen. „Hier ist jedoch kein Familienwohnen geplant, sondern Sonderwohnformen, wie Studentenwohnen.
Zu den Sonderwohnformen zählen auch die modernen Hausboote auf dem Hochwasserbassin östlich des Heidenkampswegs und im Mittelkanal. Mehrere der rund 600.000 Euro teuren schwimmenden Wohnstätten sind bereits bezogen.
Wie fast alle citynahen Stadtteile erlebt Hammerbrook große Nachfrage seitens der Hotelketten. Am Högerdamm entsteht am zur Hafencity führenden Schleusenkanal das Innside by Melia. Direkt benachbart wird aktuell das erst 2014 eröffnete prizeotel erweitert. An der Nordkanalstraße eröffnen im Sommer ein Hampton by Hilton sowie ein Holiday Inn Express der Foremost Hotelgruppe. Sie schirmen das Wohnquartier Hammerleev vor dem Lärm ab. Gegenüber dem Projekt Hammerleev, westlich des Soninkanals, hat 2015 das Hyperion Hotel als Ramada-Hotel auf den früheren ADAC-Areal eröffnet und ein Jahr zuvor an der Amsinckstraße 1-3 das Hotel-Duo Ibis-Budget und Ibis.

Mikroapartments und Sozialwohnungen im Münzviertel

Der Standort des Ibis-Duos ist Teil des Neuen Hühnerpostens im Münzviertel, das zu Hammerbrook gehört und zwischen Bahntrassen für den räumlichen Anschluss an die Innenstadt und den Hauptbahnhof sorgt. 2016 wurde hier das Projekt Mikroapartments Neuer Hühnerposten mit 353 möblierten Wohneinheiten fertiggestellt.
Direkt gegenüber am Schultzweg planen Hanseatische Baukonzept (HBK) und GBI 400 Wohnungen auf dem früheren Areal der Gehörlosenschule zu bauen, davon 60% gefördert. Von den verbleibenden 40% werden die Hälfte zudem als Studentenwohnungen errichtet. Mathe: „Mit den 3.000 Wohnungen haben wir zunächst ein gutes Etappenziel erreicht.“