Dietmar Walberg und Dorothee Stapelfeldt erklären die Studie. Foto: Feldhaus

Wohnungsbaukosten: Klinker und Weiße Wanne machen Hamburg etwas teurer

Der Wohnungsbau in Hamburg ist kaum teurer, als in anderen deutschen Metropolen. Teurer ist nach einer aktuellen Baukostenstudie das Bauen mit Backstein, die Wasserhaltung sowie die Grundstücke. Günstiger ist Hamburg bei den Kosten durch behördliche Auflagen.

„Hamburg baut gut und qualitätsvoll“, zieht Dietmar Walberg von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen als ein Resümee der Studie zu den Wohnungsbaukosten in Hamburg.

Weiße Wanne und Backstein

Und diese Qualität kostet – allerdings kaum mehr, als in den anderen deutschen Metropolen. Die Herstellungskosten für die Kostengruppen 200 bis 700 liegen in Hamburg bei 2.728 Euro/m2 inkl. Mehrwertsteuer – 3% mehr, als im Metropolenschnitt.
Abgedeckt ist damit jedoch, dass in Hamburg aufgrund der Wasserlagen Dreiviertel aller Wohnprojekte mit einer Weißen Wanne ausgestattet werden, während es in anderen Großstädten kaum ein Drittel sind.

Regen von vorn

Wertigkeit entsteht auch aus dem Hamburger Wetter. „Nördlich der A44 baut man mit Backstein“, erläutert Walberg. „Das ist aus der Erkenntnis geboren, dass hier der Regen nicht von oben kommt, sondern von vorne.“ Allein die Klinkerfassaden kosten 50 bis 100 Euro/m2 Wohnfläche mehr.
Günstiger ist Hamburg bei behördlichen Auflagen – etwa für besonderen Schall- und Brandschutz. Auch der Aufwand für höhere energetische Standards ist geringer – weil in Hamburg schon seit 2007 die Standards verbindlich sind, die woanders erst mit der EnEV verbindlich wurden.
Die 5% der Bauvorhaben unter 1.800 Euro/m2 in den Kostengruppen 300/400 sind überwiegend größere Projekte in Neubaugebieten ohne Tiefgarage, komplizierte Gründung, Klinkerfassade und Generalunternehmer. Die Studie soll zur begleitenden Evaluation fortgeführt werden.

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