Der Handel mit Hamburger Eigentumswohnungen erreichte 2015 ein Rekordvolumen – sowohl hinsichtlich des Transaktionsumsatzes als auch mit Blick auf die Zahl der verkauften Wohneinheiten. Die seit dem Brexit noch einmal gesunkenen Hypothekenzinsen lassen für 2016 eine anhaltend lebendige Nachfrage nach Wohneigentum in Hamburg erwarten.

Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg 7.607 Wohnungen verkauft – 13% mehr als 2014. Der Geldumsatz kletterte sogar um 22% auf 2,43 Mrd. Euro. Die Zahlen des im Juli vom Gutachterausschuss veröffentlichten Immobilienmarktberichts illustrieren die dynamische Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen. So verdoppelte sich seit 2005 der Gesamtkaufpreis einer Wohnung von 180.000 Euro auf 361.000 Euro ebenso, wie der Quadratmeterpreis – von 2.029 Euro auf 4.046 Euro.

Neubau- und Gründerzeitwohnungen am teuersten

Gegenüber 2014 ist das Durchschnittsalter der verkauften Wohnungen deutlich von 44 Jahre auf 37 Jahre gesunken – ein Hinweis auf den gewachsenen Anteil von Neubauwohnungen. So werden auch die höchsten Preise für neue Wohnungen (ab 2010 gebaut) in bevorzugter Lage gezahlt. Hier liegt der Preis im Mittel (Basis: 115 Verträge) bei 8.091 Euro/m2 und in der Spitze bei 20.303 Euro/m2.
Das beim Durchschnittswert (29 Verträge) zweitteuerste Marktsegment sind Wohnungen, die zwischen 2000 und 2009 fertiggestellt wurden. 6.319 Euro/m2 wurden hier 2015 gezahlt, in der Spitze 9.296 Euro/m2. Gründerzeitwohnungen in bevorzugten Lage erzielten 2015 beim Spitzenpreis mit 16.217 Euro/m2 den zweithöchsten Wert. Im Durchschnitt (198 Verträge) lagen die Verkaufspreise hier bei 5.563 Euro/m2.

Alsternahe Stadtteile sind teuer und begehrt

Tatsächlich liegen die Stadtteile mit den höchsten Preisen und den meisten Verkäufen nahe beieinander. Bei den Stadtteilwerten weist der Immobilienmarktbericht Preise ohne Neubauwohnungen aus. Dabei liegen mit Harvestehude (7.207 Euro/m2), Uhlenhorst (5.550 Euro/m2) und Rotherbaum (5.321 Euro/m2) drei der vier preislich exklusivsten Stadtteile direkt an der Alster. Dazwischen positioniert sich die Hafencity (6.784 Euro/m2) auf Rang 2.
Im zweiten Ring um die Alster finden sich mit Winterhude (402 Verkäufe), Barmbek-Süd (401), Eimsbüttel (400) und Barmbek-Nord (300) die TOP-4-Stadtteile mit den meisten Abschlüssen – aber durchaus signifikanten Preisdifferenzen. So werden in Winterhude im Mittel 4.549 Euro/m2 erzielt, während in Barmbek-Nord der Bestandspreis bei 2.914 Euro/m2 liegt.

Hamburger Süden ist relativ günstig

Die günstigsten Wohnungen gibt es im Hamburger Süden in Hausbruch (1.686 Euro/m2) und Wilhelmsburg (1.711 Euro/m2), wo auch in den anderen Stadtteilen die Preise im Bestand meist unter 2.000 Euro/m2 liegen – oder nur wenig darüber (Heimfeld, Eißendorf). Auch die innenstadtnahen Potenzialstadtteile, die im Programm „Stromaufwärts an Bille und Elbe“ entwickelt werden sollen, sind noch relativ günstig. Bestandswohnungen in Rothenburgsort kosteten 2.889 Euro/m2 und in Hamm 2.434 Euro/m2.

Anhaltende Nachfrage und steigende Preise

Angesicht der globalen Unsicherheiten (Trump, Erdogan, Putin, Brexit, italienische Bankenkrise, chinesische Konjunktur) bleibt die Investition in Immobilien für viele private Anleger ohne Alternative. Die mit dem Brexit noch Mal gesunkenen Zinsen für Hypothekendarlehen dürften auch 2016 für anhaltende Nachfrage und steigende Preise sorgen.

Quelle: Gutachterausschuss Hamburg