Bis 2023 müssen die Kommunen und Länder für Planungs- und Baugenehmigungsprozesse die Datenstandards XPlanung und XBau einführen. Sie sollen den verlustfreien Datenaustausch zwischen Behörden, aber auch mit Planern und Bauherren ermöglichen. Die Leitstelle dazu sitzt in Hamburg.

Der Bauboom, der Mangel an Mitarbeitern in Behörden, Planungsbüros und bei ausführenden Unternehmen sowie die Kosten machen die Digitalisierung zu einem beherrschenden Thema der Immobilienbranche. Digitale Prozesse in der Landes- und Regionalplanung sowie bei bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren sind längst Alltag. Allerdings kommunizieren die dabei eingesetzten IT-Systeme und Dateiformate oft nicht miteinander.

Bis 2023 verpflichtend

Aus diesem Grunde hat der IT-Planungsrat im Oktober 2017 beschlossen, die Datenstandards XBau und XPlanung für die bundesdeutschen Kommunen und Ländern verpflichtend zu machen. Die Umsetzung soll bis Februar 2023 erfolgen. Die Leitstelle, die Kommunen und Länder informiert, die Entwicklung der Standards vorantreibt, und berät, sitzt in Hamburg. Die Zielstellung ist die Etablierung von medienbruchfreien, digitalen Prozessketten im Bereich Planung und Bauen. „Die Bereiche Bauaufsicht, Bauleitplanung, Landschaftsplanung, Regionalplanung und Raumordnung werden von dem verlustfreien Datenaustausch profitieren und damit zukünftig quasi ´eine Sprache´ sprechen“, erklärte Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung (LGV), bei dem die Leitstelle angesiedelt ist. Damit die IT-Systeme „eine Sprache“ sprechen sind standardisierte Datenstrukturen, -inhalte und -formate nötig. XBau und XPlanung sind solche Standards.

XBau und XPlanung

XBau ist die Norm in bauaufsichtlichen Verfahren, wie etwa Baugenehmigungen. Auch die kooperative Planungsmethode „Building Information Modelling“ (BIM) wird von XBau unterstützt. XPlanung ist die Norm zur Bereitstellung räumlicher Planwerke. Dazu zählen Pläne der Raumordnung, Landesplanung, Bauleit- oder Landschaftsplanung. Beide Standards setzen Normen durch das maschinenlesbare, herstellerunabhängige Datenformat XPlanGML. Es basiert auf der erweiterbaren Auszeichnungssprache XML zur Darstellung hierarchisch strukturierter Daten im Format einer Textdatei. „Wir haben Anbieter von Software für Kommunen im Boot, haben mit Anbietern von Bauantrags- sowie Projektmanagementsoftware gesprochen“, illustriert Hansjörg Leuner von der Leitstelle XBau XPlanung, die Aktivitäten zur Implementierung der Standards. „Transparenz ist ein großes Thema. So wird man künftig wissen, wo der Bauantrag im Verfahren steht.“

Portal wie Elster geplant

Leuner erklärt, dass neben der Softwareimplementierung auch eine Portallösung entwickelt wird – ähnlich Elster beim Thema Steuer. XPlanung ist in der konkreten Umsetzung weiter, weil es bereits Software gibt, die diesen Standard integriert. So hat die Stadt Hamburg ihre Baupläne bereits komplett auf XPlanung umgestellt.“