Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG) hat in seinem Urteil vom 7. November 2017 entschieden, dass alle Aufwendungen, die im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Errichtung eines Neubaus stehen, einkommensteuerlich nicht als Handwerkerleistungen geltend gemacht werden können. – von Rechtsanwalt Jens Scharfenberg, MÖHRLE HAPP LUTHER

Im Streitfall bauten die Kläger ein Einfamilienhaus. Mit der Baufirma X wurde ein Bauvertrag geschlossen, der die Anbringung des Außenputzes, jedoch nicht die Erstellung von Außenanlagen vorsah. Die Abnahme des Neubaus sowie der Einzug erfolgten im März 2014 ohne entsprechenden Außenputz am Gebäude. Im Juni 2014 wurde der Außenputz von Firma X angebracht, während eine andere Firma den Rollrasen verlegte, einen Zaun aufstellte und die Auffahrt pflasterte. Die Kläger machten den Arbeitskostenanteil als steuerbegünstigte Handwerkerleistungen geltend, den das Finanzamt nicht anerkannte.

Grundsätzlich werden alle Handwerkerleistungen im Rahmen von Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Haushalt des Steuerpflichtigen angefallen sind, einkommensteuerlich begünstigt. In diesem Fall werden 20 % auf den in der Rechnung ausgewiesenen Arbeitskostenanteil (höchstens EUR 1.200 p.a.) direkt von der Steuer abgezogen.

Im Urteilsfall lehnte das FG die steuerliche Berücksichtigung aus folgenden Gründen ab:

  • Die Handwerkerleistungen wurden nicht in einem bereits vorhandenen Haushalt erbracht, da sie im unmittelbaren Zusammenhang mit einem Neubau stehen.
  • Die Anbringung des Außenputzes war Teil des Bauvertrags und gehörte damit zum Neubau. Die zeitliche Verzögerung zwischen dem Einzug im März 2014 und der Fertigstellung des Außenputzes im Juni 2014 beseitigt nicht den Zusammenhang zum Neubau.
  • Die Errichtung der Außenanlage über das Legen des Rollrasens, das Anlegen einer Zaunanlage bis hin zur Errichtung einer gepflasterten Einfahrt gehörten zum Neubau, da vorher keine vergleichbaren Außenanlagen vorhanden waren. Ein zeitlicher Zusammenhang zum Neubau wird durch die Erbringung innerhalb von drei Monaten unterstellt.
  • Hinweis: Das FG hat die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) zugelassen, da es bislang an geeigneten Kriterien zur Abgrenzung zwischen einer Neubaumaßnahme und einer begünstigten Baumaßnahme mangelt. Das Urteil des BFH bleibt abzuwarten.

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