Mit der Nördlichen Neustadt sowie Eimsbüttel/Hoheluft-West/Stellingen-Süd ist in diesem Jahr die Soziale Erhaltungsverordnung für Gebiete mit 70.000 Einwohnern in Kraft getreten. Gerade hat der Senat zudem beschlossen für Teile von Altona-Nord den Erlass einer Sozialen Erhaltungsverordnung zu prüfen. Aus Perspektive der Wohnungswirtschaft verhindert dieses Regulativ Investitionen in den Wohnungsbau. Die Soziale Erhaltungsverordnung gilt seit April für zentrale Bereiche von Eimsbüttel, das südliche Stellingen und das Generalsviertel. Mit 64.000 Einwohnern ist es das größte jemals ausgewiesene Gebiet, in dem Anträge auf Abriss, Modernisierung, Nutzungsänderungen sowie die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zunächst mit der Fragestellung geprüft werden, welche Auswirkungen sie auf die soziale Struktur haben. Insgesamt erfasst die Soziale Erhaltungsverordnung im Bezirk Eimsbüttel ein Viertel aller Haushalte.

Altona-Nord wird seit Mai geprüft

Auch für die Nördliche Neustadt mit 6.000 Einwohnern ist in diesem Jahr die Soziale Erhaltungsverordnung in Kraft getreten. Insgesamt leben aktuell 187.550 Menschen in den überwiegend citynahen Gebieten, für die die Soziale Erhaltungsverordnung gilt. Mitte Mai wurde zudem bekannt gegeben, dass der Erlass einer Sozialen Erhaltungsverordnung für weite Teile von Altona-Nord geprüft wird. Das Areal mit 22.100 Menschen umfasst auch die Nachbarschaft der Neubauquartiere Mitte Altona, Holstenquartiere sowie Diebsteich. Hierhin wird bis Ende 2023 der Fernbahnhof Altona verlegt. Auch Teile von Eilbek befindet sich im Prüfverfahren. Gemäß der Vereinbarung im Bündnis für das Wohnen gibt es Vorprüfungen auch für Gebiete in Bahrenfeld-West, Barmbek-Nord, Hamm, Hohenfelde, Horn, Ottensen Nord-West, Uhlenhorst und Winterhude.

„Wo soll Hamburg noch wachsen?“

Für die jüngst in Eimsbüttel in Kraft getretene Soziale Erhaltungsverordnung verweist der Senat auf die Erhebung, nach der 90% der Haushalte Mieter sind und bereits ein Viertel mehr als 40% des Haushaltseinkommens für die Miete aufwenden muss. Dabei haben etwas mehr als die Hälfte der Haushalte ein geringes oder mittleres Einkommen, so dass steigende Mieten den Verbleib im Quartier erschweren. Für Claas Kießling konterkariert die Soziale Erhaltungsverordnung die Zielstellung, mehr Wohnraum schaffen zu wollen. „Wenn wir in allen attraktiven innerstädtischen Quartieren nicht mehr investieren dürfen, wo soll Hamburg dann noch wachsen?“