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Kleiner Grasbrook:
Bis zu 3.000 Wohnungen und viel Gewerbe ab 2022

Auf dem Kleinen Grasbrook sollen ab 2022 bis zu 3.000 Wohnungen sowie Raum für bis zu 16.000 Arbeitsplätzen entstehen. Noch bleibt ein Teil des Areals formal Hafengebiet. Basis für die Planungen sind die Konzepte zur gescheiterten Olympia-Bewerbung. Die Wohnungswirtschaft warnt vor zu ambitionierten Standards.

Wenn die Hafencity 2024 mit dem Elbbrückenquartier weitgehend fertiggebaut ist, könnten auf dem Kleinen Grasbrook, an der Südseite der Norderelbe vis-á-vis, die ersten Wohnungen bereits fertiggestellt sein.
Heute breitet sich hier noch das Überseezentrum aus. Doch – nach einjährigen, intensiven Verhandlungen – haben der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH), der Industrieverband Hamburg sowie die Wirtschaftsbehörde am 1. August eine Absichtserklärung zur Nutzung der Flächen des Überseezentrums und der angrenzenden Areale unterzeichnet.

Wohnraum für 6.000 Menschen

Auf der 27 ha großen Halbinsel sollen 300.000 m2 BGF für 3.000 Wohnungen für 6.000 Menschen sowie 125.000 m2 BGF für Gewerbe entstehen. Dabei wird das Moldauhafenquartier (I) im Westen von Wohn- und Grünflächen geprägt sein und das Freihafenelbquartier (II) Richtung Elbbrücken von einer höheren, immissionsdämmenden gewerblichen Bebauung.
Während die beiden Quartiere nördlich des Moldauhafens aus dem Hafengebiet genommen werden, bleibt das 17 ha große Hafentorquartier (III) Teil des Hafens. Es säumt die insgesamt 70 ha große südliche Halbinsel mit einem immissionshemmenden Gewerberiegel. Hier sollen 355.000 m2 BGF für Forschung und Entwicklung, Büros und Produktion entstehen.

Lageplan für die Nutzungen auf dem Kleinen Grasbrook. Bild: Hosoya Schaefer Architects

Entwicklungszeit: 20 Jahre

Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb soll die Planung konkretisieren. Ab 2019 könnte mit der Räumung von Baufeldern begonnen werden, ab 2022/23 mit dem Wohnungsbau. Erwartet wird eine Entwicklungszeit von gut 20 Jahren.
„Dieser Stadtteil wird Standards setzen“, kündigte Jürgen Bruns-Berentelg an. Die HafenCity Hamburg ist mit der Entwicklung des Kleinen Grasbrook beauftragt.

Nicht zu teure Standards setzen

Die Wohnungswirtschaft zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung eines weiteren innenstadtnahen Wohnquartiers. Der Vorsitzende des IVD Nord, Axel-H. Wittlinger, warnte jedoch, die technologischen und energetischen Standards gegenüber der Hafencity weiter zu verschärfen. „Die hohen Anforderungen führen zu einer deutlichen Erhöhung der Betriebskosten.“
Trotz der aktuell guten Nachfrage am Büroflächenmarkt, warnten andere Marktteilnehmer davor, auf dem Kleinen Grasbrook weitere 460.000 m2 Büroflächen zu errichten. Mit Blick auf die Digitalisierung und Flexibilisierung der Büroarbeit werde der Gesamtbedarf an Büroflächen eher zurückgehen. Bruns-Berentelg betonte auf der Immobilienmesse Expo Real jedoch, ausdrücklich, dass es sich bei den gewerblichen Flächen keineswegs ausschließlich um Büroflächen handeln werde. „Vorgesehen sind in größerem Umfang auch Labore sowie produktionsnahe Nutzungen.“

Das Überseezentrum auf dem Kleinen Grasbrook macht dem Moldauhafen- und dem Freihafenelbquartier Platz. Foto: Feldhaus