250.000 m2 wurden im ersten Halbjahr 2018 am Hamburger Büroflächenmarkt umgesetzt. Die Nachfrage würde für mehr Umsatz sorgen, wenn es mehr Angebot gäbe. Das gilt auch für den Investmentmarkt. Hier sorgten vor allem große Deals für eine Transaktionssumme von 2,3 Mrd. Euro.

Büroflächenmarkt

Noch hat der Leerstand am Hamburger Büroflächenmarkt das Niveau des New-Economy-Hypes von 2001 nicht erreicht. Damals standen nur noch 2% der Büroflächen leer. Am Ende des ersten Halbjahrs 2018 kratzt die Leerstandsmarke immerhin an der 4%-Grenze. Um rund ein Fünftel hat der Leerstand gegenüber dem Vergleichswert 2017 abgenommen. Dabei ist auch der Umsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 um ein knappes Fünftel auf 250.000 m2 zurückgegangen. Von Signal Iduna gab es im Baudenkmal des Vattenfall-Gebäudes in der City Nord eine Interimsanmietung über 10.000 m2. Erst im Juni kamen mit 8.600 m2 für CoWorking-Anbieter Design Offices im entstehenden Olympus Campus sowie 8.600 m2 durch die städtische fördern & wohnen (f&w) im Economic Center zwei Großanmietungen in der City Süd dazu. Trotzdem liegt die City mit einem Viertel des Umsatzes vor der City Süd mit knapp 20%. Die Flächenknappheit lässt es ratsam erscheinen, sich bei Angeboten schnell und früh zu entscheiden. So unterschrieb IT-Berater Akquinet im August einen Mietvertrag über 12.000 m2 im Büroprojekt Bramfelder Spitze, die erst 2022 bezogen werden können. Da weniger neue Bürofläche in zentralen Citylagen vermietet wurde, bleibt die Spitzenmiete bei etwa 26,50 Euro/m2. Die Flächenknappheit sorgt hingegen in der Breite für eine höhere Durchschnittsmiete, die leicht auf 15,50 Euro/m2 stieg. Am Jahresende könnte ein Büroflächenumsatz von 500.000 m2 erreicht werden.

Investmentmarkt

Auch im Investmentmarkt verlagert sich das Transaktionsgeschehen zunehmend in die Stadtteile, da in den Core-Lagen der City das Angebot zu gering oder die Preise zu hoch sind. Einige Großdeals haben jedoch am Ende des ersten Halbjahres für einen um Zweidrittel über dem Vorjahreswert liegenden Umsatz von 2,3 Mrd. Euro gesorgt. Allein die Abschlüsse über 100 Mio. Euro sorgten für einen Umsatz von knapp einer Mrd. Euro. Ganz vorne liegt hier der Verkauf des Springer Quartiers durch das Joint Venture von Momeni und Black Horse Investments für 400 Mio. Euro an ein Konsortium berufsständischer Versorgungswerke unter Führung der Ärzteversorgung Niedersachsen. Es folgt der Olympus Campus, den das Joint Venture von Zech Group und Olympus für 260 Mio. Euro an ein Joint Venture der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe mit dem US-Investor Hines verkauft hat. Real I.S. investiert 190 Mio. Euro in das mixed-use-Objekt Sumatrakontor in der Hafencity, das von Blackstone verkauft wurde. Mixed-use ist auch das Quartierszentrum LaHoMa, das für 130 Mio. Euro von Matrix Immobilien und SEG Development veräußert werden konnte. Der Nachfrageüberhang, der sich zunehmend auf Core-Immobilien konzentriert, sorgt für eine auf unter 3% gesunkene Rendite für Büro- und Geschäftshäuser. Das weiterhin nach Anlageoptionen suchende Kapital wird für einen Umsatz von 5 Mrd. Euro in diesem Jahr sorgen.