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Wohnungsbau
2019 fast 10.000 Wohneinheiten fertiggestellt – „Rückläufige Zahlen sind ein Warnschuss“

Mit 9.805 Wohneinheiten wurden im vergangenen Jahr in Hamburg 8,1% weniger Wohneinheiten fertiggestellt, als 2018. Trotzdem ist es das zweitbeste Ergebnis in diesem Jahrtausend. Deutlich auf über 26.000 Wohnungen gestiegen ist 2019 der Bauüberhang – der Wohneinheiten, die zwar genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt sind.

65.545 Wohneinheiten wurden seit 2011 im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau fertiggestellt. „Unsere kooperative Wohnungsbaupolitik im Bündnis für das Wohnen in Hamburg wirkt“, zeigt sich die alte und neue Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) sehr zufrieden mit den 9.805 im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohneinheiten. Nur 2018 waren es in diesem Jahrtausend mehr.

Am aktivsten waren die Bauherren im Bezirk Wandsbek, auf den mit 2.795 Fertigstellungen allein ein Anteil von 28% entfiel. Es folgen die Bezirke Hamburg Mitte (1.513) und Hamburg Nord (1.414).

Weniger Neuaufträge für den Wohnungsbau beim Baugewerbe

Mit dem Blick zurück auf das Erreichte zeigt sich auch die Wohnungswirtschaft zufrieden, warnt jedoch vor einer Trendumkehr. „Das Ergebnis ist gut“, erklärt Sönke Struck, Vorstandsvorsitzender des BFW Nord. „Aber die rückläufigen Zahlen sind ein Warnschuss. Der Flaschenhals sind weiterhin die Grundstücke.“ Tatsächlich reduzierte sich die Fläche der 2019 verkauften Baugrundstücke für den Geschosswohnungsbau nach Zahlen der Gutachterausschüsse um 6%.

Der zurückgehende Auftragseingang beim Bauhauptgewerbe für den Wohnungsbau bestätigt Strucks Warnung. So schrumpfte für den Wohnungsbau das Volumen der Neuaufträge im vergangenen Jahr um 6,5% auf 337,5 Mio. Euro, während für den Wirtschaftsbau – Hoch- und Tiefbaumaßnahmen im Nichtwohnungsbau, die nicht der öffentlichen Hand zuzurechnen sind – ein Plus von 37% auf 698 Mio. Euro verzeichnet wurde. Dieser Trend setzte sich im ersten Quartal 2020 fort. Bei den Neuträgen für den Wirtschaftsbau gab es mit 398 Mio. Euro ein Plus von 132% gegenüber dem Auftaktquartal 2019, beim Wohnungsbau ein Minus von 34% auf 55,6 Mio. Euro.

Bauüberhang hat sich seit 2011 mehr als verdreifacht

Wenn mehr Wohnungen genehmigt, aber weniger fertiggestellt werden, steigt die Zahl der Einheiten im Bauüberhang. Im Vergleich zur Zahl der Baugenehmigungen, die sich seit 2011 verdoppelt hat, und der Fertigstellungen, die sich knapp verdreifacht haben, zeigt die Entwicklung des Bauüberhangs seit 2011 die stärkste Dynamik. Die Zahl der Wohneinheiten, die zwar genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt sind, hat sich in den letzten neun Jahren auf 26.325 mehr als verdreifacht.

Auffällig bei den von Statistik Nord zu den Fertigstellungen publizierten Zahlen ist die gestiegene Durchschnittsgröße der Wohnungen – eine Entwicklung eher gegen den Trend der vergangenen Jahre. 2018 maß die durchschnittliche fertiggestellte Wohneinheit 79,6 m2, im vergangenen Jahr 83,5 m2. Und dies, obwohl die Zahl der übergebenen Eigentumswohnungen mit 2.290 Einheiten überdurchschnittlich um 9,5% zurückging – ebenso wie die Zahl der Ein- und Zweifamilienhäuser. Ebenfalls gegen eine wachsende Wohnungsgröße spricht der Anteil von 38% Sozialwohnungen an den Fertigstellungen.

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